Baggerarbeiten

Start der Hopperbagger

Mit einem symbolischen Signalstoß startete am 23. Juli Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den ersten Einsatz des Hopperbaggers „Scheldt River“ zur Vertiefung und Verbreiterung der Elbfahrrinne auf der Bundesstrecke. Bereits im Februar dieses Jahres hatten erste Arbeiten für die Einrichtung der  Unterwasserablagerungsflächen (UWA) begonnen. Und seit Anfang Juli räumt der Löffelbagger „Peter the Great“ von einem Schwimmponton aus noch in der Fahrrinne befindliche Hindernisse (z.B. Wrackteile, Steine, Baumstämme) beiseite und bearbeitet dann den fest gelagerten Geschiebemergel.

Jetzt haben auch die Arbeiten in der sandigen Sohle des unteren Elbverlaufs begonnen, die mit Hopperbaggern ausgeführt werden. Sie dauern bis 2021, wobei sie mit Rücksicht auf die Laichzeit der Fischart Finte im Frühjahr und die Mauser der Brandgans im Juli und August an einigen Orten pausieren. Noch in diesem Jahr können bereits der neue Warteplatz Brunsbüttel und ab Dezember die „Begegnungsbox“ für besonders breite Schiffe genutzt werden.

Hopperbagger sind seetüchtige Schiffe, die mit Saugköpfen von der Sohle ein Boden-Wasser-Gemisch aufsaugen und in ihren Laderaum leiten. Das Wasser dient als Transportmedium und fließt während des Ladevorganges weitgehend wieder außenbords. Die für die Fahrrinnenanpassung eingesetzten Geräte haben eine Aufnahmekapazität von 5600 m³ bis über 16000 m³. Der überwiegende Teil des Baggergutes wird in strömungsdämpfenden Unterwasserbauwerken fest eingebaut, von denen entlang der Elbe fünf vorgesehen sind. Dies geschieht durch Spülpontons, die das Baggergut vom Hopper übernehmen und gezielt, bodennah und unter Vermeidung größerer Verwirbelungen und Verdriftungen einbringen.

Das Baggern und der Transport mit den Hoppern ist eine besonders schnelle, effiziente und umweltschonende Methode. Die Struktur und Zusammensetzung der Gewässersohle in der Unter- und Außenelbe ermöglicht es, rund 99 Prozent des aufzunehmenden Baggerguts durch Hopperbagger zu bewegen. Die sorgfältige Planung der Baggerarbeiten und der Einbau des Baggerguts in strömungsdämpfende Unterwasserbauwerke sind das Herzstück der Fahrrinnenanpassung. Sie sichern nicht nur den angestrebten verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen der Maßnahme, sondern begründen im Verein mit den geplanten Ausgleichsmaßnahmen auch ihre hohe ökologische Qualität.

Ziel der Fahrrinnenanpassung ist eine der Schiffsgrößenentwicklung entsprechende, d.h. bedarfsdeckende Dimension der Fahrrinne. Künftig sollen Schiffe mit Tiefgängen bis 14,50 m den Hafen tideabhängig und Schiffe mit Tiefgängen bis 13,50 m tideunabhängig bedienen können. Damit wird die überwiegende Mehrzahl der eingesetzten Schiffe in der Lage sein, Hamburg mit einer wirtschaftlich attraktiven Auslastung jederzeit anzusteuern und zu verlassen. Träger der Maßnahme sind das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und die Freie und Hansestadt Hamburg, als ausführende Organe wirken die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und die Hamburg Port Authority.

30.7.2019

 Übersicht Baumaßnahmen

Die „Scheldt River“ beginnt die Baggerarbeiten zur Fahrrinnenanpassung (Foto: Dredging International).

 

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