Kompensation Hodorf

Mehr Platz für Wasservögel und -pflanzen

An der Störschleife bei Hodorf soll ein wertvolles Biotop entstehen, das langfristig der ökologischen Vielfalt und der Artenerhaltung dient. Das Projekt gleicht Eingriffe in die Natur aus, die durch die Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe entstehen. Diese und weitere Kompensationsmaßnahmen sind im Planfeststellungsbeschuss verbindlich festgelegt.

Was sind die ökologischen Ziele?

Das Gebiet wird dem Tideeinfluss erschlossen, d.h. hier wechseln zukünftig die Wasserstände in Abhängigkeit von Ebbe und Flut. So entstehen Flächen, die besonders wertvoll sind für die Tier- und Pflanzenwelt (Fauna und Flora) der Elbmarschen, vor allem für viele Wasservogelarten und -pflanzen. Die Beweidung wird in den tieferliegenden Teilen des Gebiets ganz eingestellt, damit sich die Flächen ungestört entwickeln können (Sukzession). In den anderen Teilen des Gebiets wird es nur extensive Beweidung geben, d.h. mit geringem Tierbesatz und ohne Düngung.

Was passiert genau auf der Fläche?

  • Der Polder wird vollständig der Tide geöffnet. Das vorhandene Durchlassbauwerk wird zurückgebaut.
  • Zur Aufrechterhaltung des Hochwasserschutzes wird im Osten der Fläche ein neuer Sommerdeich gebaut.
  • Vorhandene Gräben (Grüppen) werden aufgeweitet und vertieft und es werden neue Gräben hergestellt, um naturnahe Priele und Wattflächen zu befördern, an deren Rändern sich Röhrichte und ufernahe Gehölze entwickeln können.
  • Mehrere kleine Inseln, mit Weiden bepflanzt, ergänzen das Ensemble.
  • An den Inselböschungen herrschen ideale Bedingungen für die Anpflanzung des Schierlings-Wasserfenchels, einer weltweit nur im Flussgebiet der Tideelbe vorhandenen Art.

Welche Baumaßnahmen sind notwendig?

  • Es müssen Baumaschinen an- und abtransportiert werden. Dies findet jeweils nur an einigen Tagen statt. Der Transport der Baumaschinen, Baustoffe und die Unterhaltung der Baustelle erfolgt über die Stör, die eine Bundeswasserstraße ist. Nur der Personentransport findet über die Straße statt.
  • Es fallen keine Bodentransporte außerhalb der Fläche an. So wird z. B. zum Bau des neuen Sommerdeichs der bei der Grabenvertiefung anfallende Boden genutzt.
  • Auf der Fläche notwendige Baustraßen werden nur zeitweilig mit entsprechenden Platten hergestellt, die anschließend wieder entfernt werden.
  • Das benötigte Material (Wasserbausteine, Schotter, Abbruchmaterialien, Baustraßenelemente) wird auf dem Wasserweg transportiert.
  • Die eigentlichen Bauarbeiten laufen über sechs bis sieben Wochen in enger Abstimmung mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinburg.

Karte: Planungsgruppe Grün, Erläuterungen fraujansen kommunikation i. A. des WSA Hamburg

4. September 2019

Luftbild der Fläche in Hodorf (Foto: Jung & Rathjen i. A. des WSA Hamburg)
Flyer hier downloaden!

Warum der Aufwand, die Fläche ist doch schon grün?

Das Luftbild (Blickrichtung Nordwesten) zeigt, dass die 24 Hektar große Fläche heute als Weide und als Feld genutzt wird. Die tiefer liegenden Partien bieten die Chance einer ökologischen Aufwertung. Durch die Öffnung für den Tideeinfluss werden sie attraktiv für viele Tier- und Pflanzenarten. Die höher liegenden Bereiche können weiter extensiv beweidet werden, mit wenigen Tieren, die das Gras kurz halten.

Was ist mit dem Hochwasserschutz?

Zum Ersatz des geöffneten Sommerdeichs, der damit seine Hochwasserschutzfunktion verliert, wird im Osten und Süden ein neuer Sommerdeich hergestellt. Die angrenzenden Flächen und Siedlungen bleiben damit weiterhin geschützt.

Wie wird kontrolliert, ob die ökologischen Ziele erreicht werden?

Hierfür gibt es das Instrument der Erfolgskontrolle. In festgelegten Abständen wird untersucht, ob und in welchem Umfang die durchgeführten Maßnahmen erfolgreich waren, d. h. ob die in der landschaftspflegerischen Begleitplanung und Ausführungsplanung formulierten Ziele zu einem hohen Grad erreicht worden sind (Soll-Ist-Vergleich). Wie die Erfolgskontrolle genau organisiert wird, stimmt die  WSV mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinburg ab.

 Übersicht Kompensationsmaßnahmen

 

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