Schutzziele sicherstellen, Ergebnisse kontrollieren

Ein umfangreiches Beweissicherungsprogramm sieht verbindlich vor, dass  WSV und HPA über einen Zeitraum von 12 Jahren ab Freigabe der neuen Fahrrinne hydrologische, gewässerökologische und topographische Daten kontinuierlich erheben, untersuchen und dokumentieren.

Seit 2007/ 2008 die Planungen für die aktuelle Fahrrinnenanpassung öffentlich ausgelegt wurden und das Genehmigungsverfahren begann, hat das Planwerk zahlreiche und vielfältige Ergänzungen, Präzisierungen und Aktualisierungen erfahren. Viele darunter widmen sich dem Ziel, eine möglichst hohe ökologische Qualität der Maßnahme zu sichern, und sind von den Vorhabenträgern verbindlich zu erfüllen
 Planfeststellungbeschluss, Ergänzungsbeschlüsse. Sie werden im Folgenden beispielhaft vorgestellt.

Schutzauflagen

Fintenmonitoring
Die Finte ist ein heringsartiger Fisch, der wegen seiner rückläufigen Bestandszahlen in die FFH-Richtlinie aufgenommen wurde. Bereits seit dem Jahr 2011 wird im Auftrag des WSA Hamburg ein Monitoring zur Entwicklung des Fintenbestandes sowie zur räumlichen und zeitlichen Verteilung des Laichgeschehens, des Laichs und der Larven durchgeführt. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich auf die  Unterelbe von Fahrrinnen-km 630 bis 690 mit Schwerpunkt auf dem Hauptlaichgebiet (Schwingemündung bis Mühlenberger Loch). Die Berichte zum Fintenmonitoring werden in der Publikationsdatenbank des Portals Tideelbe veröffentlicht.

Finte

 Schutzauflage Finte
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Obstbau
Bereits im Rahmen der vorhergehenden Fahrrinnenanpassung wurde im Bereich zwischen der Oste- und Schwingemündung ein Messnetz zur Durchführung von Salzgehaltsmessungen (Dauermessungen der Leitfähigkeit) an repräsentativen landwirtschaftlichen Wasserentnahmestellen eingerichtet. An den Messdaten können die Nutzer ablesen, wenn unzuträgliche Salzgehalte auftreten und die Bewässerung mit Elbwasser dann einstellen.
Dieses seit 2000 bestehende Messnetz wurde schon während des Genehmigungsverfahrens für die aktuelle Fahrinnenanpassung durch weitere Messstellen ergänzt. Die Messdaten werden im Internet bereitgestellt.

  Schutzauflage Obstbau
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Schiffsgeschwindigkeit
Die Schutzauflage im Planfeststellungbeschluss verlangt, dass vor Fertigstellung der Fahrrinnenanpassung sichergestellt wird, dass die von der  BAW als unkritisch eingeschätzten Geschwindigkeiten durchs Wasser nicht überschritten bzw. bei Überschreitung geandet werden. Die  WSV hat diese Schutzauflage bereits zum 1. Februar 2019 umgesetzt durch Höchstgeschwindigkeiten für Schiffe über 90 Meter Länge.

 Baustellen-News
Höchstgeschwindigkeitstool

 Höchstgeschwindigkeitstool
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Beweissicherung

In Abstimmung mit den Ländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg werden während und nach dem Ausbauvorhaben umfangreiche hydrologische, naturschutzfachliche und topographische Messungen und Untersuchungen durchgeführt und die dabei gewonnenen Daten in ihrer Entwicklung dokumentiert.
Dieses als “Beweissicherung“ gekennzeichnete Arbeitsprogramm wird durch eine Arbeitsgruppe begleitet, die sich aus Vertretern der WSV, der HPA und den Einvernehmensbehörden der Länder zusammensetzt. Die Dauer der Beweissicherung nach Abschluss der Bauarbeiten beträgt 12 Jahre. Beginnend 3 Jahre nach Abschluss der Baggerarbeiten und dann jeweils im 6., 9. und 12. Jahr wird ein Bericht angefertigt, in dem die Entwicklung der Daten beschrieben wird.

Hydrologie
Die hydrologischen Untersuchungen umfassen die Wasserstands-, Salzgehalts- und Sauerstoffentwicklungen sowie die Messung schiffserzeugter Wellen. Die Parameter werden von den gewässerkundlichen Abteilungen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter Cuxhaven, Hamburg, Lauenburg und Tönning sowie der Hamburg Port Authority (HPA) erhoben, plausibilisiert und im Internet über das Zentrales Datenmanagement (ZDM) der Küstenämter veröffentlicht.

Sondenapparat im Wasser

  Beweissicherung: Hydrologie
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Gewässerökologie
Im Rahmen der gewässerökologischen Analysen werden Lebewesen und Pflanzen im Wasser, im Gewässerboden und im Uferbereich untersucht. Diese Untersuchungen ergänzen das bereits laufende Koordinierte Elbemessprogramm (KEMP) der Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemäß der  EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

 Beweissicherung: Gewässerökologie
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Topographie
Zum Untersuchungsprogramm im Zusammenhang mit der Fahrrinnenanpassung gehört auch eine detaillierte Vermessung des Geländes, um mögliche ausbaubedingte Veränderungen zu dokumentieren, z.B. in Uferbereichen oder an der Gewässersohle. Das Messprogramm umfasst Gewässervermessungen mittels Echolotung, die Erfassung aus der Luft mittels Laserscanner und Luftbildkamera sowie Ufervermessungen.

  Beweissicherung: Topographie
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