Lexikon der Fachbegriffe

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Auflockerung

Je feinkörniger der Boden ist, desto mehr Wasser nimmt er im Baggerprozess auf. Bei bindigen Bodenarten (z.B. Klei) kann dies bis zu einer Verdoppelung des Volumens führen. Bei nichtbindigen Bodenarten wie Sand und  Geschiebemergel beträgt die Volumenausdehnung ca. 10 Prozent.Die durchschnittliche Volumenvergrößerung des Baggerguts bei der Fahrrinnenanpassung wird mit ca. 15 Prozent angenommen.
 

BAB-Elbtunnel

Im Hamburger Hafen liegt die Ausbaugrenze in der Norderelbe bei km 624, im Köhlbrand bzw. der Süderelbe bei km 619,5. Zwischen km 626 und km 627 der Norderelbe liegt die Trasse des BAB-Elbtunnels. Die Fahrrinnentiefe über dem Elbtunnel bleibt unverändert bei NN -16,70 m. Die Übergangsbereiche von diesem nicht zu vertiefenden Fahrrinnenabschnitt zu den neuen Fahrrinnentiefen stromauf und stromab werden jeweils in Form einer Rampe hergestellt. Über dem Elbtunnel gelten wasserstandsabhängig besondere Verkehrsregeln.

Bemessungssturmflut

Die Bemessungssturmflut ist eine fiktive, in Modelluntersuchungen ermittelte Extremsturmflut. Sie wurde 1988 zwischen den drei Elbanliegerländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg vereinbart und definiert die für den Hochwasserschutz an der gesamten Tideelbe maßgeblichen Bemessungswasserstände. Sie basiert auf der bislang höchsten Sturmflut vom 3.1.1976, setzt aber noch stärkere Wind-, Windstau- und Oberwasserabflussverhältnisse an (und damit höhere Wasserstände). Die Grundlagen der Bemessungssturmflut werden alle 10 Jahre überprüft.

Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)

Die Bundesanstalt für Wasserbau ist die zentrale technisch-wissenschaftliche Bundesoberbehörde zur Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Sie hat ihren Hauptsitz in Karlsruhe und einen Standort in Hamburg.
Die BAW übernimmt Aufgaben der Begutachtung und Beratung sowie der anwendungsbezogenen Forschung und Entwicklung in den Fachgebieten
• Verkehrswasserbau
• Bautechnik, einschließlich der Gestaltung von Bauwerken,
• Geotechnik,
• Wasserbau im Binnenbereich,
• Wasserbau im Küstenbereich, einschließlich der Schiffstechnik

Deckwerk

Befestigte Böschung des Deichvorlandes im Übergang zum Vorstrand in Höhe des MThw. Zur Befestigung werden Schotter oder Kiesschüttungen, Schlacken oder Wasserbausteine verwendet. Die Auswahl des Materials, sein Schichtaufbau, eventuelle Versiegelungen oder Verklammerungen richten sich nach dem Wellenauflauf und der Strömungsenergie am betreffenden Deichabschnitt.

EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Den rechtlichen Rahmen für die Wasserpolitik ihrer Mitgliedsstaaten regelt seit dem Jahr 2000 die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL). Zu ihren wesentlichen Zielen gehört das Verbesserungsgebot, d.h. die Maßgabe, alle Gewässer langfristig in einen guten Zustand zu versetzen, und das Verschlechterungsverbot, womit eine Zustandsverschlechtung der Wasserkörper grundsätzlich ausgeschlossen werden soll. Im Zusammenhang mit der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe waren die Vorgaben der EU-WRRL insbesondere bei der Konzeption der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen von Bedeutung.

Fernwellen

Langperiodische Wellen, die – aus dem Atlantik kommend – in die Nordsee einlaufen. Entstehen können derartige Fernwellen u.a. durch Orkantiefs oder extreme Luftdruckunterschiede im Nordatlantik. Beobachtungen zeigen, dass an der deutschen Nordseeküste Fernwellen eine Größenordnung von 0,1 bis 1 m haben können. Nicht mit Dünung zu verwechseln.

Grüppen

Grüppen oder Grüppel nennt man in Norddeutschland Entwässerungsgräben, die dazu dienen, tiefliegendes Grünland zu entwässern, sodass es als wirtschaftlich genutzt werden kann (Viehweide, Heugewinnung).

Hauptdeich/ Landesschutzdeich

Deich der 1. Deichlinie. Er dient dem Schutz eines Gebietes vor Sturmfluten. Er erhält diese Eigenschaft durch Widmung und geeignete Bemessung. In den letzten Jahrzehnten ist die Länge der Landeshauptdeichlinien erheblich verkürzt worden, indem die Nebenflüsse der Elbe Flutsperrwerke erhielten und die Nebenflussdeiche daraufhin in die 2. Deichlinie zurückgenommen werden konnten.

Hinterlandtransport

Als Hinterland wird der Einzugsbereich eines Seehafens bezeichnet. Hinterlandtransporte sind alle vom und zum Hafen gehenden Verkehre (Binnenschiff, Bahn und LKW).

Hopperbagger

Die Hopperbagger (siehe Abb.) sind seetüchtige Schiffe, die mit Saugköpfen von der Sohle ein Boden-Wasser-Gemisch aufsaugen und in ihren Laderaum leiten. Das Wasser dient als Transportmedium und fließt während des Ladevorganges weitgehend wieder außenbords. Die für die Fahrrinnenanpassung eingesetzten Geräte haben eine Aufnahmekapazität von über 16 000 m3.

Nordrange

Als Nordrange gelten die Containerhäfen entlang der Nordseeküste: Hamburg, die bremischen Häfen, Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen, Zeebrugge und Le Havre. In manchen Veröffentlichungen wird der Begriff enger (Hamburg-Antwerpen) oder auch weiter (Göteborg-Le Havre) gefasst.

Regelbreite

Definierte Minimalbreite eines Fahrwassers, die den reibungslosen Schiffsverkehr sicherstellt.

Sedimente

Sedimente sind am Gewässerboden abgelagerte mineralische und organische Materialien, die z.T. über lange Zeit dort liegen.

Sicherheitsmargen

Hochwasserschutzdeiche sind auf eine Lebensdauer von ca. 100 Jahren ausgelegt. Deiche, die heute gebaut oder ertüchtigt werden, richten sich also an der in 100 Jahren zu erwartenden Meeresspiegelhöhe aus. Alle Deiche werden in 10-jährigem Rhythmus daraufhin überprüft, ob ihre Abmessungen in Anbetracht der tatsächlichen örtlichen Wasserstandsentwicklung noch hinreichende Sicherheitsmargen aufweisen.

TEU

Das Standardmaß für Container gilt weltweit: 1 TEU (Twenty feet Equivalent Unit) entspricht einem Container mit den Maßen: Länge 20 Fuß (ca. 6,1 m), Breite und Höhe 8 Fuß (ca. 2,4 m). Größere und kleinere Container werden in diese Maßeinheit umgerechnet.

Tidehub

Abstand zwischen dem Pegelstand bei Niedrigwasser und dem Pegelstand bei Hochwasser am gleichen Messort.

Tiefgang (in Salzwasser)

Grundsätzlich beziehen sich alle hier genannten Tiefgänge auf Salzwasser; unter Frischwasserbedingungen (z.B. im Hamburger Hafen) sind die Tiefgänge aufgrund der geringeren Dichte des Wassers ca. 0,30 m größer (13,50 m Tiefgang in Salzwasser = 13,80 m Tiefgang in Süßwasser).

Unerwünschte morphodynamische Trends

  • Verlust von Sedimenten aus dem Gesamtsystem
    Sedimente sollen grundsätzlich im Fluss verbleiben bzw. sich zusätzlich anlagern, um durch ihre Oberfläche die Tideenergie zu dämpfen und die Ufer vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen.
  • Ansammlungen von Sedimenten im Fahrwasser
    Sedimentation im Fahrwasser behindert den Schiffsverkehr und macht kostenintensive Unterhaltungsbaggerungen erforderlich.
  • Stromauftransport von Sedimenten in den Hamburger Hafen
    Stromauf transportierte Sedimente vermischen sich mit den belasteten Altsedimenten im Hafen und vergrößern die Menge des aufwändig zu behandelnden Baggergutes).
  • Verschlickung von Seitenbereichen
    In seitlichen Bereichen mit geringer Strömung lagern sich feine Sedimente ab.

Unter- und Außenelbe

Als „Unterelbe“ bezeichnet man den tideabhängigen Bereich der Elbe zwischen dem Wehr Geesthacht und Cuxhaven. „Außenelbe“ heißen die 20 km Fortsetzung des Flusslaufs durch das Wattenmeer bis Scharhörn.

Unterwasserablagerungsfläche

Eine Unterwasserablagerungsfläche (UWA) dient der Unterbringung von Baggergut aus der Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe. Eine UWA ist eine befestigte, ortsstabile Lagerstätte mit strombaulicher Wirkung. Sie setzt der Bewegung der Tideströme in Flussbett dauerhaft Reibung entgegen und lenkt deren Verlauf gezielt.

Das Bauprinzip ist bei allen Unterwasserablagerungsflächen im Wesentlichen gleich. Das in die Fläche einzubringende Baggergut wird durch ein Stabilisierungsbauwerk gehalten. Dieses Bauwerk besteht aus einem Schüttsteindamm.

Vorstrand

Natürliche Uferformation im Übergang vom tiefen Gewässer zum Vorland. Mit seiner Böschungsneigung unterstützt dieser Geländestreifen das Brechen der Wellen und nimmt ihnen Energie. Der Vorstrand ist der strömungsbedingten Erosion und Sedimentation ausgesetzt.

Windstau

Aufhöhung der Wasserstände vor Küsten und Flussufern infolge starker und stetiger auflandiger Winde.